Physik Dr. Jenny Feige

Portrait von Dr. Jenny Feige
©Klaus Tschira Stiftung

(geb. 1981) hat ihr Studium an der Universität Wien absolviert. Schon ihre Magisterarbeit im Fachgebiet Astronomie beschäftigte sich mit der Herkunft von Supernova-Spuren in einer Tiefsee-Mangankruste, betreut wurde die Arbeit mit dem Titel „Supernova-Produced Radionuclides in Deep-Sea Sediments Measured with AMS“ von Prof. Dr. Dieter Breitschwerdt. Dafür erhielt sie 2011 den Diplomarbeitspreis der Österreichischen Gesellschaft für Astronomie und Astrophysik.

Für ihr Promotionsstudium, betreut von Dr. Anton Wallner und Prof. Dr. Robin Golser, wechselte sie an die Fakultät für Physik zur Arbeitsgruppe Isotopenforschung und Kernphysik. Ihre Dissertation wurde mit dem Promotionspreis 2015 der Fachgruppe Nuklearchemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. gewürdigt. Seit Februar 2015 forscht und lehrt Jenny Feige am Zentrum für Astronomie und Astrophysik (ZAA) der TU Berlin.

Jenny Feige hat in ihrem Beitrag „Astronomie unter dem Meer“ neue Erkenntnisse in einem Bereich vermittelt, der vielen Lesern vermutlich unbekannt ist: der Tiefseeastronomie. Sedimente in einigen tausend Metern unter dem Meeresspiegel haben eine Art Langzeitgedächtnis und können Ereignisse über Millionen Jahre hinweg speichern. Diese Eigenschaft machte sich Jenny Feige zunutze und suchte in Sedimenten aus dem Indischen Ozean nach außerirdischen Spuren. Dabei konnte sie in zwei bis drei Millionen Jahre alten Sedimentschichten ein Eisen-Isotop nachweisen, das Experten dort kaum vermutet hätten, nämlich Eisen mit der Masse 60. Es entsteht in massereichen sterbenden Sternen und wird in deren gewaltigen Explosionen als Supernova ins Weltall geschleudert. Ereignet sich solch ein kosmisches Ereignis in der Nähe unseres Sonnensystems, dann fegt der Überrest des Sterns über uns hinweg. Eisenhaltiger Sternenstaub wurde so auf die Erde gebracht und ist nach einer langen Reise in die Tiefseesedimente gelangt.

Für Ihren Artikel „Astronomie unter dem Meer“ erkennt die Jury Jenny Feige den Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft in Physik zu. In ihrem Artikel, so heißt es in der Begründung, verwebt die Autorin Raum und Zeit auf überraschende, aber stets nachvollziehbare Weise. Sie verknüpft die Tiefe der See sowohl mit astronomischen Skalen als auch mit der Menschheitsgeschichte. Damit lädt sie jeden Leser ein, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen.

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