Informatik Dr. Jiehua Chen

(geb. 1984) studierte von 2005 bis 2010 Informatik an der TU Berlin. Ihre Diplomarbeit wurde mit dem Clara von Simson Preis 2011 der TU Berlin ausgezeichnet. Ihre Doktorarbeit „Exploiting Structure in Computationally Hard Voting Problems“ erarbeitete sie im Fachgebiet Algorithmik und Komplexitätstheorie. Sie wurde dabei von Prof. Dr. Rolf Niedermeier betreut.

Portrait von Dr. Jiehua Chen
©Klaus Tschira Stiftung

Jiehua Chen beschäftigt sich in ihrem Beitrag „Wer hat an der Wahl gedreht?“ damit, welche Verfahren bei Wahlen manipulierbar sind und welche nicht. Ist eine Manipulation nicht schnell berechenbar, dann gilt das entsprechende Wahlverfahren als resistent dagegen. Am Beispiel der 1991 erfolgten Abstimmung, ob Bonn oder Berlin nach der Wiedervereinigung die deutsche Hauptstadt sein sollte, demonstriert sie, dass das Ergebnis der damaligen Bundestagsabstimmung mühelos manipuliert hätte werden können.

Eine neue Art der Wahlprüfung

Dr. Jiehua Chen im Gespräch

Woher kommt Ihr Interesse für die deutsche Politik und insbesondere für Wahlen?
Wahlen finde ich interessant, weil sie versuchen, aus den unterschiedlichen Meinungen vieler Menschen einen Konsens zu bilden. Mich interessieren die vielfältigen Möglichkeiten der Konsensbildung und deren Vor- und Nachteile. Das Wahlverfahren, das in der Hauptstadtabstimmung von 1991 verwendet wurde, interessiert mich sehr, weil es in vielen Ländern eingesetzt wird und weil effizient berechnet werden kann, wer gewinnt und ob eine Manipulation möglich ist.

Hat Ihre Rechenmethode das Potenzial, Wahlen fairer zu gestalten?
Ich denke schon. Ich hoffe, dass meine Algorithmen zu diesem Zweck eingesetzt werden können. Deshalb habe ich sie frei zugänglich zur Verfügung gestellt.

Sie haben sowohl in Ihrer Heimat China als auch in Deutschland studiert. Welche Unterschiede sind Ihnen dabei aufgefallen?
Mir ist aufgefallen, dass in China eher auswendig und alleine gelernt wird. In Deutschland hingegen setzt man sich auch kritisch mit Themen auseinander und arbeitet mehr im Team. Außerdem hat man hier die Möglichkeit, sich aktiver am Studium zu beteiligen, zum Beispiel durch Übungen oder Seminare. In China muss man gegen Ende des Informatik-Studiums ein Praktikum in einer Firma machen, das gab es an der TU Berlin zum Beispiel nicht.

Hier können Sie Dr. Jiehua Chens Preisträgerinbeitrag lesen.

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